Zur Ausstellung “Michael Schwarze – Skulpturen, Zeichnungen” 1978

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Zur Ausstellung “Marwan – Gemälde, Aquarelle” 1978

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Zur Ausstellung “Max Kaminski – Gemälde, Zeichnungen” 1978

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Zur Ausstellung “Bukichi Inoue – Skulpturen, Coupagen” 1978

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Zur Ausstellung “Horst Haack – Gemälde, Aquarelle” 1978

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Zur Ausstellung “Fotis – Bronze-Plastiken, Zeichnungen” 1978

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Zur Ausstellung “Peter Ackermann – Bilder aus Lichterfelde, Malerei, Zeichnungen” 1978

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Zur Ausstellung “Heinrich Richter – Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle” 1977

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Zur Ausstellung “Rainer Küchenmeister – Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen” 1977

Erst zweimal innerhalb von mehr als zwei Jahrzehnten wurde in Berlin die künstlerische Arbeit dieses individualitischen, kreativ so autarken Malers zur Anschauung gebracht. Beide Male war es die Galerie Bremer, die Küchenmeister, erstmalig 1955 und zuletzt im Jahre 1971, ausstellte. Der schon in den 60er Jahren so legendäre Ruhm des Ex-Berliners Küchenmeister ging nicht von dieser stadt aus; er entfaltete sich andernorts; in München, vor allen Dingen aber in Paris und an den Plätzen der großen internationalen Kunstbegegnung – etwa auf der III. Documenta in Kassel, auf den Biennalen von Venedig und Sao Paulo, auf den Weltausstellungen von Tokio und Montreal – sah man Küchenmeister und feierte ihn.
Mit dieser Ausstellung sei ein erneuter passionierter Hinweis auf einen großartigen Maler gegeben, dessen Werk gerade heute, angesichts einer Schwemme restaurativer Tendenzen, jenen freien künstlerischen Geist vermittelt, der immer noch, (heute vielleicht schon wieder neu aktualisiert), als “modern” bezeichnet werden muss, Küchenmeister malt und zeichnet in gänzlich unrezeptiver Weise in dem künstlerischen Freiraum der sinnlich-materialisierten Selbstbezeugung, die konträr zur reaktionären inhaltlich-illustrativen Malerei steht. Er verliert sich hierbei nicht in psychogrammatischer Selbstanalyse, sondern erreicht die in der deutschen Malerei so selten erzielte Synthese von lebendiger, d.h. hier: sensibler, sinnlich-vibrierender Mal- und Zeichenspur, und selbstbezweckender Gestaltung, die neue ästhetische Möglichkeiten findet und neue Normen setzt.
Küchenmeisters Kunst nach der inhaltlichen Darstellung zu bemessen, so wie es trotz Klee, Morandi, Wols und Pollock immer noch, oder bedauerlicherweise schon wieder, und so bevorzugt von der Kritik praktiziert wird, wäre müßig – hieße: ein Ross von hinten aufzuzäumen. Küchenmeisters Kunst ist so von geschlossener künstlerischer, ästhetischer und individualistischer Souverenität, dass es die Kritik schwer hat, jene bevorzugten Aktualitäten-Bezüge herzustellen, die in lapidarer Eindeutigkeit Sachverhalte und Situationen nennen. Vielleicht liegt in dieser subjektiv motivierten Geschlossenheit der Kunst Küchenmeisters die Ursache dafür, dass diese Kunst bis heute nichts von ihrer Modernität, ihrer sinnlichen Lebendigkeit, verloren hat; dass sie aktuell ist, weil sie nie der inhaltlichen Geschwätzigkeit über sogenannte Aktualitäten erliegt – weil sie nicht mehr ist und nicht weniger als reine Malerei und reine Zeichnung, gestaltet aus dem Geist eines sehr individuellen künstlerischen Selbstverständnisses.
Godehard Lietzow

Zur Ausstellung “Norris Embry – Bilder” (USA) 1977

Zur Ausstellung “Norris Embry – Bilder” (USA)  1977   Wir freuen uns, mit einer ersten europäischen Einzelausstellung Einblick in das Werk eines Künstlers zu geben, der zu den großen originären Talenten der amerikanischen Kunstszene gehört. Wir meine Norris Embry, den in Baltimore lebenden, heute 56jährigen Maler. Embry ist Außenseiter einer bürgerlichen Kunstgesellschaft, die, verallgemeinert gesprochen, allzu häufig das differenzierende Sehen und das kritisch begründete Urteil verlernt hat: zugunsten einer intelektuell oder feuilletonistisch zelebrierenden Erörterung über Kunst, über die Novitätenbedeutung von Idee und Machart der Kunst und schließlich über Positionen im internationalen Bereich der Markt-, Publikations- und Museumswertigkeit. Embry bietet gegen die – und das sollte keiner übersehen – von inteletuellen Moden und Modemachern dirigierte, oligarchisch verwaltete, Szene der aktuellen Kunst allein seine komplexe künstlerische Individualität auf. Und hier ist er ein Individualist von exzeptionellem Format. Als solcher bekennt er sich zur vitalen künstlerischen Selbstdarstellung. Seine Bilder sind passionierte Zeugnisse eines von gewaltigen Eruptionen erschütterten persönlichen Lebens und einer intensiven Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des vitalen malerischen Ausdrucks. Namentlich war es die Kunst des deutschen Expressionismus, die prägend werden sollte und die Embry, während seiner Deutschland-Aufenthalte, am Anfang der 50er Jahre, persönlich kennenlernte. Embrys Werk für Europa zuerst in Berlin zu zeigen, war uns ein dringendes Bedürfnis. In dieser Stadt war es auch, wo bereits 1950 kein Geringerer als Heinz Trökes in seinem Atelier eine erste private Vorstellung dieses außergewöhnlichen Malers ermöglichte.