Berliner Morgenpost Feuilleton

Vom Kritiker zum Galeristen
Godehard Lietzow, vormals Kunstkritiker an der “Welt”, ist nach zweijähriger, sozusagen ambulanter Kunsthändlerei endgültig ins andere Lager übergewechselt: In der Knesebeckstrasse, mitten im rasch aufblühenden neuen Berliner Galerien-Zentrum, hat er sich jetzt als Galerist niedergelassen.
Die Eröffnungsausstellung bestreiten vornehmlich jene Maler, für die sich Lietzow seit je eingesetzt hat: Peter Ackermann, Volker Emrath, Fritz Köthe, Heinrich Richter, Joachim Senger und Klaus Vogelgesang. Unter ihnen verdienen Emrath und Vogelgesang besondere Aufmerksamkeit: Emrath, weil er mit unverminderter Farbmagie jetzt auch die Landschaft in seine Bilderwelt einbezieht und sich zusehends als Bildhauer profiliert; Vogelgesang, weil er in seinen jüngsten Arbeiten eine bezaubernde Synthese zwischen dem Phantastischen und dem kritischen Realismus gefunden hat. Neu im Kreise von Lietzows Schützlingen sind Leo de Laforgue, eine Entdeckung des Galeristen, und August-Wilhelm Dressler, dessen Nachlass bei Lietzow in guten Händen sein dürfte.
Lietzow hat bereits Verbindungen in die Bundesrepublik angeknüpft: Ackermann und Richter werden auf seine Empfehlung die “3. Internationale der Zeichnung” in Darmstadt beschicken, der Düsseldorfer Kunstverein wird seine Ackermann-Ausstellung auch in Berlin zeigen. Mit einem Wort: Lietzows Galerie ist nicht nur eine unter vielen Neugründungen, sie könnte vielmehr eine gewisse kulturpolitische Bedeutung gewinnen. An künstlerischer Substanz und Intelligenz scheint es jedenfalls nicht zu fehlen.
Helmut Kotschreuther

Vom Kritiker zum Galeristen

Godehard Lietzow, vormals Kunstkritiker an der “Welt”, ist nach zweijähriger, sozusagen ambulanter Kunsthändlerei endgültig ins andere Lager übergewechselt: In der Knesebeckstrasse, mitten im rasch aufblühenden neuen Berliner Galerien-Zentrum, hat er sich jetzt als Galerist niedergelassen. (weiterlesen…)