Text zur Ausstellung “Luis Lemos – Bilder und Gouachen” 1984

Lemos unterwirft im Malen seine im großzügigen Strich dargestellten Figuren sehr kräftigen Farben. Wie Scherenschnitte. Die Körper sind nicht immer im Ganzen dargestellt. Aufgeteilt durch strenge Umrandung wird von einer Szene nur das Charakteristische dargestellt und ihr dadurch eine umso plastischere Version gegeben.

Die Großflächigkeit der Malerei befreit das Dargestellte von allem Theatralischen. Der Strich erinnert an Matisse. Die Farbe ist allmächtig, Bekräftigung des Lebens, Ausbruch der Freude in der ganzen Kühnheit überschwänglicher Farbgebung.

Die Körper sind in irrealistischen Farben gemalt. Nicht nur wegen der bildnerischen Komposition, sondern auch um das Bündnis zwischen Figuration und Malerei zu verdeutlichen, wie es z.B. oft in den sogenannten primitiven Kulturen so wundervoll dargestellt ist. Großflächige Malerei oder Zeichen abstrakter Bilderrätsel: Symbolik, zu der uns der Schlüssel fehlt. Das Spiel der Malerei und der Figurationen gleichen sich in ihrer Bedeutung an: Das Offensichtliche genügt beiden und macht das Echo von Inhalten überflüssig. Die gemalte Figur behauptet sich als solche. Man muß sich ihr mit offenem Blick nähern.

Gilles Plazy

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