Katalog Peter Ackermann 1987 Galerie Lietzow

Text von Godehard Lietzow

Seit 1970 hat die Galerie Lietzow kontinuierlich und in regelmäßigen Abständen die künstlerische Arbeit von Peter Ackermann vorgeführt. Zehn Ausstellungen veranschaulichten bislang Partien eines bis heute überaus reichen und in seinen Differenzierungen vielfältigen Gesamtwerks. Persönlich reicht die Beziehung zu Peter Ackermann und seiner Kunst noch weiter zurück – bis hin zu jener Einzelausstellung , die vor nunmehr fast fünfundzwanzig Jahren in Berlin, in einer Kreuzberger Galerie, stattfand.

Mit der Ausstellung, zu der dieser Katalog vorliegt, wird in ausgewählten Arbeiten eine weitere, in sich abgeschlossene Werkpartie von Peter Ackermann zu Anschauung gebracht. Die kleinformatigen Bilder, Collagen und Zeichnungen, die von Ackermann unter dem Ausstellungstitel “Monumente und Interieurs” zusammengefasst wurden, sind zum größten Teil in den Jahren 1984-1985 in Italien entstanden. In sehr viel intimerer Weise als in den großen Bildern zurückliegender Jahre hat Ackermann in den kleinen Formaten die wohl sinnlich-subtilste Verwirklichung seiner zentralen künstlerischen Idee erreicht.

Die Architekturen des Innen- und Außenraums: sinnbildliches Resultat und ideeller Ausgang einer fortlaufenden Reflexion und Verwirklichung. Malerei und Zeichnung: zwei instrumental verschiedene und dadurch in den Ergebnissen unterschiedliche Bereiche ein und derselben ideellen Auseinandersetzung und Realisation.

Von allem, was Peter Ackermann bislang gemalt hat, sind die kleinformatigen Ölbilder der letzten Jahre in ihrer sinnlichen Präsenz das wohl Malerischste, in ihrer malerischen Essenz das in gleicher Weise wohl Differenzierteste und Komprimierteste. Das gleiche gilt für einige Papier-Collagen. Erstmalig nach vielen Jahren hat sich Ackermann wieder des gestalterischen Mittels der Collage bedient. Am treffendsten mag man die neuen Collagen als “Malereien mit Papier” charakterisieren.

In den Zeichnungen zeigt Ackermann die Spannweite seiner grafischen Möglichkeiten – vorgeführt in der ihm eigenen Konzentration bzw. Reduktion auf ein primäres zeichnerisches Mittel: auf das Zeichnen mit Tusche, auf das Zeichnen mit Feder und Pinsel.

Nach fast einem Vierteljahrhundert der persönlichen Beschäftigung mit der Kunst Peter Ackermanns ist die Freude an dieser Kunst ungeschmälert.

Godehard Lietzow

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