Katalog Roger David Servais 1987 Galerie Lietzow

Text von Godehard Lietzow

VORWORT

Als eine der freundlichsten und liebenswertesten Persönlichkeiten der Berliner Kunstszene ist Roger Servais vielen bekannt. Als Künstler, als Maler sehr persönlich geprägter Bilder, kennen bislang nur wenige. Einige Einzelausstellungen in der Bundesrepublik Deutschland und in Belgien brachten außerordentliche Erfolge. Privatsammler und auch Museen, darunter das renommierte Musée d’Art Moderne in Bruxelles, nahmen Servais’ Bilder in ihre Sammlungen auf. Mit der Ausstellung, zu der dieser Katalog erscheint, wird Servais nun auch erstmalig in der Stadt vorgestellt, in der er lebt, in der er arbeitet.

Bei einem Atelierbesuch vor zehn Jahren sah ich ein erstes Mal Bilder von Roger Servais. Die sublime und sensible Malerei, die verhaltene Erotik, die Unaufdringlichkeit, ja: “visuelle Stille” seiner Bilder beschäftigten mich seither und ließen den Wunsch reifen, diesen seltsamen, jenseits aller Trends arbeitenden Maler in unserer Galerie zu zeigen. Servais hatte es nie eilig mit Ausstellungen. Erst jetzt scheint seine Zeit gekommen.

In den zurückliegenden Jahren hat Servais’ Malerei Reife und eigen-spezifische Klassizität gewonnen. Heute begegnet uns ein Maler, dessen künstlerische Konfession nicht aus einer flüchtigen intellektuellen Aktualität erwachsen ist – einer Konfession, die vielmehr ihre Wurzeln hat in der Tradition des europäischen jüdischen Geistes und in der Tradition der westeuropäischen, namentlich der belgischen und der französischen Kunst.

Ein besonderer Dank gilt hier Herrn Generalkonsul E. Staes, Belgische Militärmission Berlin, für die Übernahme der Schirmherrschaft für diese Ausstellung.

Darüber gilt ein sehr persönlicher und herzlicher Dank Frau Gerlinde F. A. Geißler für die selbstlose Hilfsbereitschaft und organisatorische Mühewaltung bei den Vorbereitungen von Ausstellung und Katalog.

Godehard Lietzow

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